• Deutsch
  • English

Konventionelle Zukäufe (Tiere, Saatgut, Pflanzgut, Betriebsmittel, Futter etc.): Mein Produkt ist nicht in ökologischer Qualität vorhanden, was muss ich beachten?

Antwort:

Saatgut / Pflanzgut
Die Verfügbarkeit von biologisch erzeugtem Saatgut und Pflanzgut ist auf der Homepage der Online-Datenbank http://www.organicxseeds.de/ deutschlandweit zu prüfen.

Bei Nichtverfügbarkeit von Bio-Saatgut / Bio-Pflanzgut muss mittels organicxseeds-Formular um eine Ausnahmegenehmigung bei unserer Kontrollstelle beantragt werden.

Saatgut aus Umstellung ist uneingeschränkt verwendbar.

Tiere
Neue Tiere sollten aus ökologisch bewirtschafteten Betrieben stammen.
Tiere für die Mast bei Säugetieren müssen immer aus biologischer Herkunft stammen.

Zukauf von konventionellen Muttertieren (Kühe, Mutterschafe etc.; ausgenommen gefährdete Rassen) sind gem. EG-VO 834/2007 und 889/2008 NICHT erlaubt und die Muttertiere müssen wieder verkauft werden.

In allen anderen Fällen dürfen konventionelle Tiere unter folgenden Voraussetzungen zugekauft werden:

Ohne schriftliche Ausnahmegenehmigung aber mit 3 Nicht-Verfügbarkeitserklärungen von Zuchtbetrieben, Händlern, Zuchtverbänden.  (Es sind alle Belege des Zukaufs aufzubewahren (Viehverkehrsschein, Rechnungen etc.). Diese werden bei der jährlichen Bio-Kontrolle vom Kontroller eingesehen):

  • Tierzukauf beim erstmaligen Bestandsaufbau laut Art.9 Absatz 2 EG-Öko-VO 889/2008
Büffel, Kälber und Fohlen unter 6 Monaten
Lämmer und Zicklein unter 60 Tagen
Ferkel unter 35 kg
  • Der Zukauf weiblicher Säugetiere zur Zucht zu Ergänzung der eigenen Nachzucht in geringem Umfang.

Dabei dürfen jährlich bis zu 10% des Bestandes an ausgewachsenen Tieren bei Rindern und Pferden, bis zu 20% bei Schweinen, Schafen und Ziegen zugekauft werden. Die Tiere müssen Nullipara sein, dürfen also noch nicht geworfen haben.

Mit schriftlicher Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Landeslebensmittel-behörde:

  • Bei Zukauf von bis zu 40% an konventionellen Zuchttieren (Nullipara) laut Art.9 Absatz 4 EG-Öko-VO 889/2008.
  • Bei Zukauf von Küken oder Junghennen in begründeten Fällen.
  • Bei hoher Tiersterblichkeit aus gesundheitlichen Gründen oder in Katastrophenfällen für die Erneuerung oder den Wiederaufbau des Bestandes.

Grundsätzlich müssen bei allen Tieren konventioneller Herkunft die Umstellungszeiten eingehalten werden.